Samstag, 30. Januar 2010

30 gennaio: Anniversario “Bloody Sunday”

Vitelli (R.S.F.): “Inaccettabile l’attesa di 38 anni per avere risposte dal governo britannico”

“È incomprensibile ed inaccettabile – dichiara Massimiliano Vitelli, portavoce per l’Italia del Republican Sinn Féin, che a distanza di 38 anni si attendano ancora delle risposte su come operò l’esercito britannico quel triste giorno a Derry”. Ricorre infatti domani l’anniversario del “Bloody Sunday”, termine con cui si indicano gli eventi accaduti nella città di Derry, Irlanda del Nord, il 30 gennaio del 1972, quando il 1° Battaglione del Reggimento Paracadutisti dell'esercito britannico aprì il fuoco contro una folla di manifestanti per i diritti civili, colpendone 26 dei quali 14 a morte. Il 22 marzo 2010 – continua Vitelli -, Lord Saville di Newdigate dovrebbe consegnare al governo il rapporto dell’inchiesta. Il verbo “dovrebbe” & egrave; già stato usato prima d’ora in passato. Gli interrogatori pubblici sono terminati nel novembre 2004, ed il rapporto era atteso – o almeno così si sperava – per il 2006. L’inchiesta è già costata, secondo le risposte parlamentari, più di 189 milioni di sterline, la metà delle quali andate in spese legali. È giunto il momento della verità – conclude Massimiliano Vitelli – il governo britannico deve dare delle risposte”.

Freitag, 29. Januar 2010

Public sector workers begin work-to-rule in Ireland

Public sector workers, members of several trade unions, began a work-to-rule on January 25 in Ireland. The action was taken after the Irish government announced pay cuts for state employees.

The workers are employed across a number of sectors, including the civil service, health, education and local authorities. Deputy Prime Minister Mary Coughlan refused to give an assurance that a further, third, public sector pay cut would not be imposed.

The following day Civil Public and Services Union General Secretary Blair Horan announced that members of the union would step up industrial action.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Ohne Anklage

Die Bogside Artists aus dem nordirischen Derry bekommen den Kunstpreis der Joseph-Beuys-Stiftung

Jürgen Schneider

Mit dem diesjährigen Preis der Joseph Beuys/Demarco European Art Foundation werden die unter dem Namen Bogside Artists arbeitenden Künstler Tom Kelly, William Kelly und Kevin Hasson aus der nordirischen Stadt Derry ausgezeichnet. Die Bogside Artists nennen sich nach dem Stadtteil, in dem sie in den vergangenen Jahren auf zwölf Wandgemälden Szenen aus dessen bewegter Geschichte festgehalten haben. Richard Demarco sagte für die Preisverleiher, die Bogside Artists arbeiteten ganz im Sinne des Gründers und Namensgebers des Preises, Joseph Beuys. Sie setzten dessen Praxis fort, Kunst als Heilungsprozeß zu begreifen. Der Preis wird den Künstlern im Februar in der Bogside Gallery verliehen werden. Im November 2004 hatte Walter Momper (SPD), Präsident des Abgeordnetenhauses, eine dort geplante Ausstellung der Bogside Artists kurzfristig mit der Begründung abgesagt, diese sei »unausgewogen«. Einer der Künstler aus Derry sowie der Kurator waren mit polizeilichem Nachdruck am Betreten des Abgeordnetenhauses gehindert worden.

In der von Katholiken bewohnten Bogside wurden im August 1969 Barrikaden errichtet, um das Viertel gegen Angriffe des loyalistischen Mobs, gegen die verhaßte Polizei, die Royal Ulster Constabulary (RUC) sowie gegen die britische Armee zu verteidigen. Free Derry entstand. Räte wurden ins Leben gerufen, Organe der Selbstverwaltung, die für die Versorgung ebenso wie für die Verteidigung sorgten und Ansätze einer eigenen Justiz schufen. Keine Irisch-Republikanische Armee hatte die Gründung solcher Strukturen veranlaßt, die Räte waren als die genuinen Organe der Bevölkerung entstanden. In Free Derry manifestierte sich die Weigerung, die Legitimität staatlicher Gewalt zu akzeptieren. Die Dynamik der Selbstverwaltung stellte eine Gefahr für die Existenz des nordirischen Staatengebildes und darüber hinaus für den britischen Staat dar. Free Derry und ähnlichen »No Go Areas« in Belfast wurde mit der im Morgengrauen des 31. Juli 1972 begonnenen britischen »Operation Motorman« ein Ende bereitet.

Am 30. Januar 1972 hatten sich 20000 Bürgerrechtler am Ende einer Demonstration gegen die Praxis der Internierung ohne Anklage zur Abschlußkundgebung gedrängt, als Soldaten des ersten britischen Fallschirmspringerregiments gezielt und kaltblütig 108 Schüsse auf die unbewaffneten Demonstranten abfeuerten. Als sich die Soldaten zwanzig Minuten später wieder zurückzogen, waren 13 Demonstranten tot, die Hälfte davon Jugendliche; fünfzehn weitere wurden schwer verletzt, von denen einer später seinen Verletzungen erlag. Eines der Wandgemälde der Bogside Artists zeigt die von den britischen Fallschirmjägern Erschossenen.

Die Ereignisse des Blutsonntags von Derry wurden von der Saville-Kommission von 1998 bis Anfang 2005 untersucht. An 367 von insgesamt 435 Sitzungstagen wurden die mündlichen Aussagen von 922 Zeugen gehört. Auf den Untersuchungsbericht warten die Angehörigen der Opfer bis heute vergeblich. Der konservative britische Politiker Owen Patterson, Nordirland-Sprecher der Tories, erklärte vor ein paar Tagen, es sei absurd, den Bericht vor den für Mai erwarteten Unterhauswahlen zu veröffentlichen. Der Bericht soll der britischen Regierung am 22. März übergeben werden. Die Angehörigen der Opfer gehen davon aus, daß sich bei einem Regierungswechsel in London die Veröffentlichung des Papiers, das bereits 2008 vorliegen sollte, bis in den Herbst 2010 verzögern wird.

aus: Junge Welt,
29.01.2010 / Feuilleton / Seite 12

Mittwoch, 27. Januar 2010

Nationalistisches Paar von britischem Geheimdienst bedroht

Newry - In den letzten 12 Monaten wurde ein junges, nationalistisches Paar aus Banbridge regelmäßig vom britischen Geheimdienst bedroht. Der Grund ist ihre enge Freundschaft zu einem Mitglied von Republican Sinn Féin in Newry, Co. Down. Der Höhepunkt der Drohungen war eine Bombenattrappe vor ihrem Haus.

Ein Teil des Paares wurde vom britischen Geheimdienst aufgehalten, als er auf Urlaub war. Es wurde in ihr Haus eingedrungen und dem Paar erklärt, die Loyalisten in der Umgebung würden sie nicht in Ruhe lassen, wenn sie nicht mit dem britischen Geheimdienst kooperieren würden.

Ihre Weigerung dies zu tun führte schließlich dazu, dass eine Bombenattrappe am Mittwochmorgen, 27. Jänner 2010, vor ihrem Haus platziert wurde. Das Haus musste durch die Hintertür verlassen werden und durfte stundenlang nicht betreten werden.

Etwa zur selben Zeit erhielt die Mutter des Bedrohten einen anonymen Telefonanruf, in dem sie gewarnt wurde, dass ihr Sohn „mitsamt seinem Haus verbrannt werden wird“.

„Dieser Vorfälle zeigt abermals, dass die britischen Geheimdienste, genauso wie Gerry Adams’ RUC, weiterhin eng mit loyalistischen Todesschwadronen verbunden sind“, so Richard Walsh, Pressesprecher von Republican Sinn Féin.

Irish Republican Correspondent, 27ú Mhi na Eanáir 2010

Dienstag, 26. Januar 2010

Mutmaßliche ETA-Leute verhaftet

Madrid - Die baskische Regionalpolizei hat fünf mutmaßliche ETA-Mitglieder verhaftet. Drei von ihnen wurden nach Polizeiangaben vom Dienstag in der baskischen Ortschaft Ondarroa festgenommen, wo bei einem Autobombenanschlag am 21. September 2008 zehn Menschen verletzt wurden. Die Ermittlungen gegen die jetzt verhafteten Personen stehen nach Behördenangaben in Zusammenhang mit diesem Anschlag. Wegen Mitgliedschaft oder anderer Verbindungen zur ETA sind zur Zeit rund 750 Personen in Spanien oder Frankreich inhaftiert. (apn/jW)

Basques announce hunger strike

Jailed members of the Basque separatist group ETA say they are launching a hunger strike to protest Spain's policy of keeping them separated from each other. The so-called Basque Political Prisoners Group announced the strike in a letter sent to Gara, a pro-independence Basque newspaper. They said it started Monday. Around 750 people are serving time in Spanish or French jails over their membership in or links to ETA. Spain's long-standing policy is to keep ETA prisoners spread out in jails around the country as a way to keep them from plotting behind bars. Interior Minister Alfredo Perez Rubalcaba said Monday the government would not change its policy. ETA has killed more than 825 people since launching its campaign for an independent Basque homeland in the 1960s.

Montag, 25. Januar 2010

Nordirland: Verwaltung steht auf der Kippe

Dublin - Die katholische Partei Provisional Sinn Fein droht im Streit über eine Reform des Justizsystems der britischen Provinz die Verwaltung in Belfast zu verlassen. Der stellvertretende Provisional Sinn Fein-Vorsitzende Martin McGuinness warf der loyalistischen Democratic Unionist Party (DUP) am Montag vor, gegen bereits getroffene Zusagen zu verstoßen.

Provisional Sinn Fein dringt seit Monaten darauf, daß Belfast von der Regierung in London die Kontrolle über das Justizsystem in Nord-Irland übernehmen sollte. Die DUP macht ihre Zustimmung von der Abschaffung der Parades Commission abhängig, welche Auflagen für die Paraden probritischer Unionisten durch überwiegend katholisch-nationalistische Wohngebiete erläßt. (apn/jW/IRC)